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Glossar

Fachbegriffe der Himmelsbeobachtung einfach erklärt.

Zuletzt aktualisiert: 15.10.2026 · Von Michael Plangger

Okularauszug eines Newton-Teleskops mit eingesetztem Okular
Bild: SvonHalenbach, CC BY 2.5, Quelle: Wikimedia Commons

Hier findest du die wichtigsten Begriffe aus der Praxis – vom Teleskop über das Okular bis zum Beobachten. Die meisten Einträge führen zu einer Seite, auf der das Thema ausführlich erklärt ist. Allgemeine Astronomie-Begriffe wie Galaxie oder Lichtjahr halten wir kurz; mehr dazu steht im Lexikon auf Kosmoskop.

A

Austrittspupille
Das kleine Lichtscheibchen, das hinter dem Okular «schwebt». Durchmesser = Öffnung ÷ Vergrösserung. Nachts ist die Augenpupille etwa 6 bis 8 mm weit; grösser sollte die Austrittspupille nicht sein. Siehe Austrittspupille.
Azimutale Montierung
Montierung mit einer waagrechten und einer senkrechten Achse: links/rechts und hoch/runter, ganz ohne Einnorden. Einfach, aber zum Nachführen musst du beide Achsen bewegen. Siehe Montierungen.

B

Barlowlinse
Zerstreuungslinse vor dem Okular, die die Brennweite verlängert und so die Vergrösserung erhöht, meist um das Zwei- oder Dreifache. Siehe Okulare.
Bortle-Skala
Neunstufige Skala für die Dunkelheit des Himmels, 2001 von John E. Bortle veröffentlicht: Klasse 1 ist ein perfekt dunkler Himmel, Klasse 9 der Innenstadt-Himmel. Siehe Lichtverschmutzung.
Brennweite
Abstand, nach dem Linse oder Spiegel das Licht zu einem Bild bündeln, in Millimetern. Zusammen mit der Okularbrennweite bestimmt sie die Vergrösserung. Siehe Vergrösserung.

D

Deep-Sky-Objekt
Sammelbegriff für Objekte ausserhalb des Sonnensystems: Sternhaufen, Nebel und Galaxien. Siehe Objekte.
Dobson
Newton-Spiegelteleskop auf einer einfachen, drehbaren Holzmontierung (Rockerbox), entwickelt von John Dobson. Viel Öffnung für wenig Geld. Siehe Dobson.
Doppelstern
Zwei Sterne, die am Himmel sehr nahe beieinander stehen – oft echte Paare, die einander umkreisen. Beliebte Prüfsteine für Optik und Seeing. Beispiel: Albireo.
Dunkeladaption
Die Anpassung der Augen an die Dunkelheit. Die empfindlichen Stäbchen brauchen rund 30 Minuten, bis sie ganz bereit sind; helles Licht macht das teilweise rückgängig. Siehe Dunkelanpassung.

E

Ekliptik
Die scheinbare Bahn der Sonne über den Himmel im Lauf eines Jahres. Mond und Planeten findest du immer in ihrer Nähe. Kosmoskop
Elongation
Winkelabstand eines Planeten von der Sonne am Himmel. Merkur und Venus sind um ihre grösste Elongation am besten zu sehen. Siehe Planeten.

F

Fangspiegel
Kleiner Spiegel im Tubus eines Spiegelteleskops, der das Licht zum Okular umlenkt. Er verdeckt einen Teil der Öffnung (Obstruktion). Siehe Spiegelteleskop.
Fernglas
Zwei kleine Fernrohre nebeneinander. Die Angabe 10x50 bedeutet 10-fache Vergrösserung und 50 mm Objektivdurchmesser. Siehe Fernglas.

G

Galaxie
Riesige Ansammlung von Milliarden Sternen, Gas und Staub – unsere ist die Milchstrasse. Im Teleskop meist ein zarter, grauer Fleck. Kosmoskop
Gesichtsfeld, scheinbares
Wie breit das Bild im Okular für dein Auge wirkt, in Grad; eine Eigenschaft des Okulars. Siehe Gesichtsfeld.
Gesichtsfeld, wahres
Wie gross der Himmelsausschnitt ist, den du tatsächlich siehst: ungefähr scheinbares Gesichtsfeld ÷ Vergrösserung. Siehe Gesichtsfeld.
GoTo
Motorisierte Montierung mit Steuerung, die nach dem Einrichten Objekte selbst anfährt und nachführt. Siehe GoTo einrichten.
Grenzgrösse
Die Helligkeit der schwächsten Sterne, die du gerade noch siehst. Von blossem Auge etwa 4 mag in der Stadt und 6 mag auf dem Land. Siehe Grenzgrösse.

I

Indirektes Sehen
Knapp neben ein schwaches Objekt schauen: Am Rand der Netzhaut sitzen mehr lichtempfindliche Stäbchen, so erscheint es deutlicher. Siehe Indirektes Sehen.

K

Kollimation
Das genaue Ausrichten der optischen Teile zueinander, vor allem der Spiegel eines Newton-Teleskops. Nur dann werden Sterne scharf. Siehe Kollimation.
Komet
Kleiner Körper aus Eis und Staub, der in Sonnennähe eine Hülle und oft einen Schweif bildet. Kosmoskop
Konjunktion
Zwei Himmelskörper stehen am Himmel scheinbar nahe beieinander, zum Beispiel Mond und Venus – ein schöner Anblick, auch von blossem Auge. Siehe Himmelskalender.

L

Leuchtpunktsucher
Sucher ohne Vergrösserung, der einen roten Punkt an den Himmel projiziert. Du siehst, wohin das Teleskop zeigt. Siehe Sucher justieren.
Lichtjahr
Die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt – ein Mass für Entfernungen, keine Zeit. Kosmoskop
Lichtverschmutzung
Künstliches Licht, das den Nachthimmel aufhellt und schwache Objekte verschluckt. Siehe Lichtverschmutzung.
Linsenteleskop
Teleskop, das das Licht mit Linsen bündelt (Refraktor). Robust und wartungsarm. Siehe Linsenteleskop.
Live-Stacking
Viele kurze Aufnahmen werden laufend übereinandergelegt; so wird ein Nebel auf dem Bildschirm nach und nach heller und rauschärmer. Typisch für Smart-Teleskope. Siehe Smart-Teleskop.

M

Magnitude
Mass für die Helligkeit am Himmel (mag). Kleinere Zahl = heller; 5 mag Unterschied entsprechen dem Faktor 100. Siehe Grenzgrösse.
Maksutov
Kompaktes Spiegelteleskop mit einer gewölbten Korrekturlinse vorne. Lange Brennweite in kurzem Tubus. Siehe Kompakt-Teleskope.
Meridian
Gedachte Linie vom Nordpunkt über den Zenit zum Südpunkt. Ein Objekt steht am höchsten, wenn es den Meridian überquert.
Messier
Katalog von 110 Nebeln, Sternhaufen und Galaxien, angelegt vom Kometenjäger Charles Messier. Die Nummern (M 31, M 42 …) sind bis heute gebräuchlich. Siehe Messier-Katalog.
Meteor
Leuchtspur eines kleinen Teilchens, das in der Erdatmosphäre verglüht – die «Sternschnuppe». Siehe Meteorströme.
Milchstrasse
Unsere Heimatgalaxie. Am dunklen Himmel siehst du sie als hellen Streifen quer über den Himmel. Siehe Milchstrasse. Kosmoskop
Mondphase
Der beleuchtete Anteil des Mondes, wie wir ihn sehen: Neumond, zunehmend, Vollmond, abnehmend. Siehe Mondphasen.
Montierung
Das Gestell, das das Teleskop trägt und bewegt. Eine stabile Montierung ist so wichtig wie die Optik. Siehe Montierungen.

N

Nebel
Wolke aus Gas und Staub im All, manchmal leuchtend, manchmal dunkel. Im Okular meist grau und zart. Kosmoskop
Newton-Teleskop
Spiegelteleskop mit gewölbtem Hauptspiegel und flachem Fangspiegel; das Okular sitzt seitlich am Tubus. Siehe Spiegelteleskop.
NGC
«New General Catalogue»: grosser Katalog mit Tausenden von Nebeln, Sternhaufen und Galaxien. Nummern wie NGC 869 kennzeichnen Objekte, die nicht im Messier-Katalog stehen.

O

Obstruktion
Die Abschattung der Öffnung durch den Fangspiegel bei Spiegelteleskopen. Sie kostet etwas Licht und Kontrast. Siehe Spiegelteleskop.
Öffnung
Durchmesser der Hauptlinse oder des Hauptspiegels. Die wichtigste Grösse eines Teleskops: Sie bestimmt, wie viel Licht gesammelt wird und wie fein Details werden. Siehe Kaufberatung.
Öffnungsverhältnis
Brennweite geteilt durch Öffnung, geschrieben als f/5 oder f/10. Kleine Zahl = kurzes, «schnelles» Teleskop mit weitem Feld; grosse Zahl = lange Brennweite für hohe Vergrösserung.
Okular
Die Lupe, durch die du ins Teleskop schaust. Wechselbar; seine Brennweite bestimmt die Vergrösserung. Siehe Okulare.
Opposition
Ein Planet steht der Sonne gegenüber: Er ist die ganze Nacht sichtbar, um Mitternacht am höchsten und meist am hellsten. Siehe Planeten.

P

Parallaktische Montierung
Montierung, deren eine Achse parallel zur Erdachse ausgerichtet wird. Dann folgt sie den Sternen mit einer einzigen Drehung – wichtig für Fotos. Siehe Polausrichtung.
Planet
Grosser Himmelskörper, der um die Sonne kreist. Von blossem Auge funkeln Planeten meist weniger als Sterne. Kosmoskop
Polarstern
Heller Stern sehr nahe am Himmelsnordpol. Er scheint stillzustehen und zeigt dir Norden. Siehe Polausrichtung.
Polsucher
Kleines Fernrohr in der Achse einer parallaktischen Montierung, mit dem du sie genau auf den Himmelspol ausrichtest. Siehe Polausrichtung.

R

Radiant
Der Punkt am Himmel, aus dem die Meteore eines Stroms scheinbar herauskommen. Siehe Meteorströme.
Refraktor
Anderes Wort für Linsenteleskop. Siehe Linsenteleskop.
Rotlicht
Schwaches rotes Licht stört die Dunkelanpassung am wenigsten – ideal für Sternkarte und Notizen. Siehe Rotlicht.

S

Schmidt-Cassegrain
Kompaktes Spiegelteleskop mit dünner Korrekturplatte vorne; das Licht läuft durch ein Loch im Hauptspiegel zum Okular. Oft mit GoTo. Siehe Kompakt-Teleskope.
Seeing
Die Ruhe der Luft. Bei schlechtem Seeing tanzen und verschwimmen die Sterne, hohe Vergrösserungen lohnen sich dann nicht. Siehe Seeing und Transparenz.
Smart-Teleskop
Teleskop mit eingebauter Kamera und Steuerung, bedient per App. Findet Objekte selbst und zeigt sie per Live-Stacking auf dem Bildschirm. Siehe Smart-Teleskope.
Sonnenfilter
Zertifizierte Filterfolie oder -glas, das fest vorne vor der Öffnung sitzt. Finsternisbrillen nach ISO 12312-2 sind nur für das blosse Auge gedacht, nie hinter einer Optik. Ohne passenden Filter nie in die Sonne schauen! Siehe Sicher in die Sonne schauen.
Spiegelteleskop
Teleskop, das das Licht mit einem gewölbten Spiegel sammelt (Reflektor). Viel Öffnung pro Franken. Siehe Spiegelteleskop.
Star-Hopping
Von hellen, bekannten Sternen aus Schritt für Schritt zum gesuchten Objekt hangeln, mit Sternkarte und Sucher. Siehe Star-Hopping.
Sternbild
Eine Gruppe von Sternen, die am Himmel ein Bild formt. Sie helfen dir, dich am Himmel zurechtzufinden. Kosmoskop
Sternhaufen
Gruppe von Sternen, die gemeinsam entstanden sind – offen und locker wie die Plejaden oder kugelförmig und dicht. Siehe Plejaden.
Sucher
Kleines Hilfsfernrohr oder Leuchtpunkt-Visier auf dem Teleskop, mit dem du Objekte anpeilst. Muss tagsüber justiert werden. Siehe Sucher justieren.
Szintillation
Das Funkeln der Sterne, verursacht durch Luftunruhe. Planeten funkeln weniger, weil sie kleine Scheibchen sind. Siehe Seeing und Transparenz.

T

Taukappe
Verlängerung vor der Öffnung, die das Beschlagen der Optik verzögert und Streulicht abhält. Siehe Zubehör.
Terminator
Die Grenze zwischen Tag- und Nachtseite, etwa auf dem Mond. Dort werfen Krater lange Schatten und wirken besonders plastisch. Siehe Mond-Tour.
Transparenz
Die Klarheit der Luft: wie viel Licht sie durchlässt. Dunst, Feuchtigkeit und Staub senken sie – wichtig bei Nebeln und Galaxien. Siehe Seeing und Transparenz.

V

Vergrösserung
Teleskop-Brennweite ÷ Okular-Brennweite. Sinnvoll ist höchstens etwa das Ein- bis Zweifache der Öffnung in Millimetern. Siehe Vergrösserung.

Z

Zenit
Der Punkt am Himmel genau über deinem Kopf. Dort ist die Luftschicht am dünnsten und die Sicht meist am besten.
ZHR
Zenithal Hourly Rate: die Zahl der Meteore pro Stunde, die man unter idealen Bedingungen sähe (Radiant im Zenit, Grenzgrösse 6,5 mag). In Wirklichkeit siehst du meist weniger. Siehe Meteorströme.

Quellen (20)

  1. Wikipedia: Vergrösserung (Optik) (abgerufen 14.10.2026)
  2. Wikipedia: Seeing (abgerufen 14.10.2026)
  3. Wikipedia: Austrittspupille (Pupille in der Optik) (abgerufen 14.10.2026)
  4. Wikipedia: Barlowlinse (abgerufen 14.10.2026)
  5. Wikipedia: Bortle-Skala (abgerufen 14.10.2026)
  6. Wikipedia: Scheinbare Helligkeit (abgerufen 14.10.2026)
  7. Wikipedia: Adaptation (Auge) (abgerufen 14.10.2026)
  8. Wikipedia: Peripheres (indirektes) Sehen (abgerufen 14.10.2026)
  9. Wikipedia: Tag-Nacht-Grenze (Terminator) (abgerufen 14.10.2026)
  10. Wikipedia: Opposition (Astronomie) (abgerufen 14.10.2026)
  11. Wikipedia: Zenithal Hourly Rate (abgerufen 14.10.2026)
  12. Wikipedia: Dobson-Teleskop (abgerufen 14.10.2026)
  13. Wikipedia: Newton-Teleskop (abgerufen 14.10.2026)
  14. Wikipedia: Schmidt-Cassegrain-Teleskop (abgerufen 14.10.2026)
  15. Wikipedia: Maksutov-Teleskop (abgerufen 14.10.2026)
  16. Wikipedia: Parallaktische Montierung (abgerufen 14.10.2026)
  17. Wikipedia: Messier-Katalog (abgerufen 14.10.2026)
  18. Wikipedia: Szintillation (Astronomie) (abgerufen 14.10.2026)
  19. NASA Science: Eclipse Viewing Safety (abgerufen 14.10.2026)
  20. Telescope School: What is the 50x Rule for Telescope Magnification? (abgerufen 14.10.2026)

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