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Sternenscout

Astrofotos mit dem Smartphone

Mit Nachtmodus, Stativ und etwas Geduld gelingen erstaunliche Himmelsbilder – auch durchs Teleskop.

Zuletzt aktualisiert: 15.10.2026 · Von Michael Plangger · So wählen wir aus

Zunehmender Mond durchs Teleskop fotografiert
Bild: Aman Srivastava 03, CC BY 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Dein Smartphone ist die einfachste Kamera für den Nachthimmel: Es ist immer dabei, rechnet viele Bilder automatisch zusammen und zeigt dir das Ergebnis sofort. Die Grenzen sind ein kleiner Sensor und ein kurzes Objektiv. Mit den richtigen Handgriffen holst du trotzdem viel heraus.

Mehr erfahren – tippe auf einen Abschnitt

Was brauchst du?

  • Ein Stativ oder eine feste Unterlage. Für Nachtaufnahmen ist das Pflicht. Ein kleines Handy-Stativ reicht; zur Not eine Mauer oder ein Stein.
  • Fernauslöser oder Selbstauslöser. Jede Berührung des Displays verwackelt. Sky at Night empfiehlt kabelgebundene Kopfhörer mit Lautstärketaste als Auslöser; ein Bluetooth-Auslöser oder der Selbstauslöser tun es auch.
  • Für Bilder durchs Teleskop: einen Handy-Adapter, der dein Handy über dem Okular festhält.

Der Nachtmodus

Moderne Handys nehmen im Nachtmodus viele Einzelbilder auf und legen sie automatisch übereinander. Ein Beispiel ist der Astro-Modus der Google-Pixel-Handys, den Google im November 2019 vorgestellt hat: Auf dem Stativ belichtet das Pixel 4 bis zu 15 Einzelbilder à höchstens 16 Sekunden, zusammen bis zu 4 Minuten. Pixel 3 und 3a schaffen eine Minute.

Andere Hersteller haben vergleichbare Nachtmodi; wie lange sie belichten, hängt vom Modell ab. So gehst du vor:

  1. Handy aufs Stativ, Nachtmodus wählen.
  2. Wenn möglich die längste Belichtungszeit einstellen.
  3. Mit Selbstauslöser auslösen und das Handy während der Aufnahme nicht berühren.
  4. An einem dunklen Ort ohne Mond fotografieren – am besten mit etwas Landschaft im Vordergrund.

Wie fotografierst du den Mond?

Der Mond ist hell – das Problem ist meist Überbelichtung, nicht zu wenig Licht.

  • Kein Digitalzoom. Nutze den grössten optischen Zoom deines Handys und schneide das Bild später zu. Digitalzoom fügt keine Details hinzu.
  • Belichtung senken. Tippe auf den Mond und ziehe die Helligkeit herunter, oder senke im Pro-Modus ISO und Belichtungszeit, bis Krater sichtbar werden.
  • Dämmerung nutzen. Mit Landschaft gelingt der Mond am leichtesten, wenn der Himmel noch hell ist: Halb- und Vollmond am Tag oder in der Dämmerung, schmale Sicheln in der Abenddämmerung.

Durchs Teleskop: Okularprojektion

Bei der Okularprojektion (auch «afokale Fotografie») hältst du die Handykamera direkt hinter das Okular. Das Teleskop übernimmt die Vergrösserung, das Handy fotografiert, was du sonst mit dem Auge siehst. Das funktioniert mit jedem Teleskop, das du zum Beobachten nutzt.

  1. Teleskop auf den Mond richten und mit dem Auge scharf stellen.
  2. Handy im Adapter so ausrichten, dass die Kameralinse genau mittig über dem Okular sitzt. Bei Handys mit mehreren Kameras prüfen, welche Linse aktiv ist.
  3. Automatik möglichst ausschalten, Belichtung senken, mit Fernauslöser auslösen.
  4. Nicht aufgeben: Bis das Bild sauber im Display erscheint, braucht es oft mehrere Anläufe.
Fast voller Mond, mit dem Smartphone durchs Okular fotografiert
Der fast volle Mond, mit dem Smartphone durchs Okular fotografiert (Okularprojektion).Bild: Cedrick May, CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Beachte: Nicht alle Adapter passen um Okulare, die dicker als 1,25 Zoll sind. Eine nachführende Montierung hilft, weil der Mond sonst schnell aus dem Bild wandert.

Welche Motive gelingen?

Laut Sky at Night eignen sich für Handy-Fotos durchs Teleskop:

  • Mond – das beste Übungsobjekt, siehe auch die Mond-Tour.
  • Helle Planeten – Jupiter mit seinen vier grossen Monden gelingt, Details auf der Planetenscheibe eher nicht.
  • Helle Sternhaufen wie die Plejaden, die Krippe und der Doppelhaufen.
  • Hellste Nebel und Galaxien wie der Orionnebel und die Andromedagalaxie – hier sind die Grenzen des Handys schnell erreicht.

Sternspuren

Wenn du viele Bilder hintereinander vom Stativ aus machst, kannst du sie am Computer zu Sternspuren zusammensetzen. Die Gratis-Software Sequator hat dafür eine eigene Option «Trails». Mehr dazu unter Bilder nachbearbeiten.

Häufige Fragen

Brauche ich für Sternfotos mit dem Handy ein Stativ?
Ja. Lange Nachtaufnahmen sind aus der Hand nicht möglich. Google schreibt zum Astro-Modus der Pixel-Handys ausdrücklich, dass das Handy auf einem Stativ oder einer festen Unterlage stehen muss.
Warum ist der Mond auf meinem Handyfoto nur ein heller Fleck?
Die Automatik belichtet für den dunklen Himmel, der Mond wird überbelichtet. Tippe auf den Mond, senke die Helligkeit oder stelle im Pro-Modus ISO und Belichtung niedriger ein.
Kann ich mit dem Handy durchs Teleskop fotografieren?
Ja, das heisst Okularprojektion (afokale Fotografie). Mit einem Handy-Adapter am Okular gelingen Mond, helle Planeten und helle Sternhaufen gut.

Quellen (4)

  1. Google Research: Astrophotography with Night Sight on Pixel Phones (26.11.2019) (abgerufen 14.10.2026)
  2. BBC Sky at Night Magazine: How to photograph the Moon with a smartphone (abgerufen 14.10.2026)
  3. BBC Sky at Night Magazine: How to point your smartphone through your telescope (abgerufen 14.10.2026)
  4. BBC Sky at Night Magazine: Create star trails images with Sequator (abgerufen 14.10.2026)

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