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Sternenscout

Merkur

Der scheue Planet: nur tief in der Dämmerung und nur an wenigen Tagen gut zu sehen – eine echte kleine Trophäe.

Zuletzt aktualisiert: 14.10.2026 · Von Michael Plangger · So wählen wir aus

Merkur, Venus, Saturn und Mond in der Morgendämmerung
Bild: Mike Lewinski from Embudo, NM, United States, CC BY 2.0, Quelle: Wikimedia Commons

Merkur ist der Planet, den viele Menschen noch nie bewusst gesehen haben. Er ist zwar recht hell, steht aber immer nah bei der Sonne und taucht nur für einige Tage tief in der Dämmerung auf. Wer ihn einmal gefunden hat, hat eine echte kleine Trophäe.

Mit blossem Auge

Du siehst einen hellen, oft leicht rötlich-goldenen Lichtpunkt tief in der Dämmerung. Weil das Licht durch viel Luft geht, funkelt er häufig wie ein Stern.

Im Fernglas

Das Fernglas ist das beste Werkzeug, um Merkur im hellen Dämmerungshimmel überhaupt zu entdecken. Hast du ihn im Fernglas gefunden, siehst du ihn danach meist auch mit blossem Auge.

Im Teleskop

Ein kleines Teleskop zeigt Merkurs Phase – wie bei einem winzigen Mond: mal halb, mal sichelförmig, mal fast rund. Oberflächendetails darfst du nicht erwarten. Weil Merkur tief steht, ist das Bild oft unruhig; eine mittlere Vergrösserung reicht.

Wann am besten?

Merkur ist am besten zu sehen, wenn er seinen grössten Winkelabstand zur Sonne erreicht (grösste Elongation). Für die Schweiz sind Abendsichtbarkeiten im Frühling und Morgensichtbarkeiten im Herbst am günstigsten, weil die Planetenbahn dann steil zum Horizont steht. Nach eigener Berechnung für Zürich lohnen sich in den nächsten Monaten:

  • Mitte bis Ende November 2026, morgens – grösste Elongation am 21. November
  • Ende Januar bis Mitte Februar 2027, abends – grösste Elongation am 3. Februar
  • Mitte Mai bis Anfang Juni 2027, abends – grösste Elongation am 28. Mai
  • Ende Oktober bis Mitte November 2027, morgens – grösste Elongation am 4. November

Die Termine im März und September 2027 sind für uns ungünstig: Merkur steht dann in der Dämmerung kaum über dem Horizont.

Alles über Merkur selbst – Krater, Hitze, Missionen – findest du auf Kosmoskop.

Häufige Fragen

Warum ist Merkur so schwer zu sehen?
Er umkreist die Sonne sehr nah und entfernt sich am Himmel nie weit von ihr. Darum steht er immer tief in der hellen Dämmerung.
Kann ich Merkur am Tag suchen?
Davon raten wir Einsteigern dringend ab. Wer am Tag mit Optik in Sonnennähe sucht, riskiert, versehentlich in die Sonne zu blicken – mit bleibenden Augenschäden. Suche Merkur nur, wenn die Sonne ganz unter dem Horizont ist.
Was sehe ich im Teleskop?
Ein kleines Scheibchen mit Phase, ähnlich einem winzigen Halbmond. Oberflächendetails sind mit Amateurgeräten praktisch nicht zu sehen.

Quellen (2)

  1. Astronomy Engine – eigene Berechnung für Zürich (47,4° N, 8,5° O), Zeiten MEZ/MESZ (abgerufen 14.10.2026)
  2. BBC Sky at Night Magazine: Observing Mercury (abgerufen 14.10.2026)

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