Merkur
Der scheue Planet: nur tief in der Dämmerung und nur an wenigen Tagen gut zu sehen – eine echte kleine Trophäe.
Zuletzt aktualisiert: 14.10.2026 · Von Michael Plangger · So wählen wir aus

Merkur ist der Planet, den viele Menschen noch nie bewusst gesehen haben. Er ist zwar recht hell, steht aber immer nah bei der Sonne und taucht nur für einige Tage tief in der Dämmerung auf. Wer ihn einmal gefunden hat, hat eine echte kleine Trophäe.
Mit blossem Auge
Du siehst einen hellen, oft leicht rötlich-goldenen Lichtpunkt tief in der Dämmerung. Weil das Licht durch viel Luft geht, funkelt er häufig wie ein Stern.
Im Fernglas
Das Fernglas ist das beste Werkzeug, um Merkur im hellen Dämmerungshimmel überhaupt zu entdecken. Hast du ihn im Fernglas gefunden, siehst du ihn danach meist auch mit blossem Auge.
Im Teleskop
Ein kleines Teleskop zeigt Merkurs Phase – wie bei einem winzigen Mond: mal halb, mal sichelförmig, mal fast rund. Oberflächendetails darfst du nicht erwarten. Weil Merkur tief steht, ist das Bild oft unruhig; eine mittlere Vergrösserung reicht.
Wann am besten?
Merkur ist am besten zu sehen, wenn er seinen grössten Winkelabstand zur Sonne erreicht (grösste Elongation). Für die Schweiz sind Abendsichtbarkeiten im Frühling und Morgensichtbarkeiten im Herbst am günstigsten, weil die Planetenbahn dann steil zum Horizont steht. Nach eigener Berechnung für Zürich lohnen sich in den nächsten Monaten:
- Mitte bis Ende November 2026, morgens – grösste Elongation am 21. November
- Ende Januar bis Mitte Februar 2027, abends – grösste Elongation am 3. Februar
- Mitte Mai bis Anfang Juni 2027, abends – grösste Elongation am 28. Mai
- Ende Oktober bis Mitte November 2027, morgens – grösste Elongation am 4. November
Die Termine im März und September 2027 sind für uns ungünstig: Merkur steht dann in der Dämmerung kaum über dem Horizont.
Alles über Merkur selbst – Krater, Hitze, Missionen – findest du auf Kosmoskop.
Häufige Fragen
Warum ist Merkur so schwer zu sehen?
Kann ich Merkur am Tag suchen?
Was sehe ich im Teleskop?
Quellen (2)
- Astronomy Engine – eigene Berechnung für Zürich (47,4° N, 8,5° O), Zeiten MEZ/MESZ (abgerufen 14.10.2026)
- BBC Sky at Night Magazine: Observing Mercury (abgerufen 14.10.2026)
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